Deutschland. Das Spitzenpersonal passt einmal mehr nicht zu den politischen Inhalten der Partei. Für eine soziale Ausrichtung der SPD tritt zumindest die Basis der ein. Anders ist die Wahl der beiden Parteivorsitzenden, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nicht zu erklären.
Es stellt sich mal wieder die Frage, ob die Sozialdemokraten in einer aussichtslosen Position sind? Im letzten Bundestagswahlkampf versuchte man mit dem Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu punkten. Dabei war durch den Spitzenkandidat Martin Schulz eher mit einer europapolitischen Ausrichtung zu rechnen. Wahrscheinlich erreichte durch diese Widersprüche der „Schulzzug“ seinen Zielbahnhof Kanzleramt nicht.
Der Spitzenkandidat Olaf Scholz scheint inhaltlich überhaupt nicht zu seinen Parteichefs zu passen. Immerhin gilt der Finanzminister vielen als zu Marktradikal. Er galt immer als Unterstützer der Agendapolitik Gerhard Schröders. Aber auch seine Verstrickungen in dem Cum-Ex-Skandal scheinen seine Kritiker zu bestärken. Es bleibt abzuwarten, ob damit seine Kandidatur bereits ein Jahr vor der Bundestagswahl gescheitert ist.