Berlin. Am 29. August versuchten Neonazis bei einer „Hygienedemo“ den Reichstag zu stürmen. Bereits der Begriff „Hygienedemo“ verniedlicht das Thema. Den Teilnehmern geht es darum, die Hygieneregeln gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus abzuschaffen.
Laut Verfassungsschutz werden die meisten dieser bundesweiten Demonstrationen von Rechtsradikalen organisiert. Dies wird auch von den verwendeten Symbolen weiter bestätigt. Wobei niemand die zufällige Ironie der Reichsflaggen abstreiten kann. Scheinbar ist den Impfgegnern nicht bekannt, dass das Deutsche Reich eine Impfpflicht hatte. Trotz der Bedeutung des Reichstages haben es Neonazis mit ihrer Fahne auf die letzten Stufen des Reichstages geschafft.
Doch am Ende wurde der Sturm auf den Reichstag von der Polizei gestoppt. Fast jeder kennt die Bilder als drei Beamte den Ort des deutschen Parlamentarismus schützten. Nur wie konnte es soweit kommen? Bei Demos aus der politisch-linken Ecke sind immer Wasserwerfer vor Ort. Den traurigen Höhepunkt bildete wohl der Protest gegen das Bahnprojekt S-21 in Stuttgart. Damals wurden friedliche Demonstranten teilweise massiv bei einem Wasserwerfereinsatz verletzt. Aber warum ist die Polizei nicht bereit mit denselben Mitteln das Bundestagsgebäude zu schützen?