Deutschland. Mit dem Rückzug der beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger dreht sich bei der Linkspartei das Personaltableau. Die direkte Führung wird dementsprechend neuaufgestellt.
Die hessische Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende der Linken Janine Wissler erklärte bereits ihre Kandidatur. Die 39-jährige Hessin ist seit 2008 Landtagsabgeordnete. Bereits 2009 wurde die Politologin Vorsitzende ihrer Fraktion im Wiesbadener Landtag. Seit 2014 ist sie Vizeparteichefin der Linken. Wissler steht für einen kapitalismuskritischen und pazifistischen Kurs der Partei.
Als bisher zweite Kandidatin geht die Thüringer Landespartei- und Fraktionsvorsitzende Susanne Henning-Wellsow in das Rennen. Die frühere Profi-Eisschnellläuferin gilt als pragmatische Führungskraft.
Da die Linke traditionell von einer Doppelspitze geführt wird, scheinen beide sicher im politischen Berlin ihre Rolle zu finden. Für die Basis dürfte es eine große Rolle spielen, dass der Proporz mit west- und ostdeutschem Spitzenpersonal gewahrt bleibt.
Für die Koalitionsfrage wäre eine Doppelspitze Henning-Wellsow und Wissler sicher kein Nachteil. Die 42-jährige Thüringerin Henning-Wellsow ist eine wichtige Persönlichkeit innerhalb der Erfurter Koalition. Wohingegen Wissler eher skeptisch, aber dennoch offen zu Regierungsbeteiligungen zu stehen scheint.