Regionalligisten erschließen neue Geldquellen

Offenbach. Fans dürfen weiterhin nicht oder nur in sehr geringer Anzahl in die Stadien. Dieser Fakt trifft die Mannschaften aus den Regionalligen deutlich härter als die aus den oberen Spielklassen. Machen die Zuschauereinnahmen bei ihnen doch einen wesentlich größeren Teil ihres Budgets aus.

Händeringend baten die Regionalligisten und die Amateurvereine den DFB um Unterstützung. Der Verband ließ sie aber weitgehend im Stich.

Eine leichte Verbesserung der Situation ist durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zwar eingetreten, dennoch bleibt die Lage, vor allem durch die stark verringerten Zuschauereinnahmen, angespannt.

Die Vereine scheinen allerdings eine Möglichkeit gefunden zu haben an neue Gelder zu kommen. So boten beispielsweise die Offenbacher Kickers beim letzten Heimspiel einen Livestream an. Über diesen konnte das Spiel gegen den Bahlinger SC verfolgt werden. Dauerkartenbesitzer bekamen vorab einen einen Benutzernamen und ein Passwort per Post oder E-Mail zugeschickt. Diese Daten konnten sie auf der Seite https://kickers.tv eingeben und das Spiel kostenlos verfolgen. Alle andere kostete das Aufrufen des Livestreams 5,- €.

Zuvor wurden solche Videolivestreams zwar unregelmäßig, aber in der Regel kostenlos, sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen, angeboten. Allerdings nur, wenn sich ein zahlungskräftiger Sponsor fand.

Gerade die Möglichkeit auch Auswärtsspiele im Videolivestream zeigen zu können, dürfte vorerst erheblich eingeschränkt sein. Denn auch Vereine, die einen deutlich geringeren Zuschauerzuspruch als die Offenbacher Kickers genießen, haben die Option ihre Heimspiele via kostenpflichtigem Videolivestream zu übertragen, für sich entdeckt. So bot die SG Sonnenhof Großaspach beim gestrigen Spiel gegen die Kickers, das der OFC durch ein Eigentor von Schiek (51.) und Neuzugang Florent Bojaj (77.) mit 2:0 für sich entscheiden konnte, einen Videolivestream an. Kostenpunkt waren, um das Heimspiel der aktuell auf Platz 20 liegenden Großaspacher verfolgen zu können, ebenfalls 5,- €.

Da die Möglichkeit zu Auswärtsfahrten reisen zu können für Fans der Offenbacher Kickers weiterhin in weiter Ferne liegt, bleiben zahlungspflichtige Videolivestreams vorerst die einzige Option des Offenbacher Anhangs, um Livebilder ihrer Helden sehen zu können.

Veröffentlicht von jwendel

Im Jahr 2018 habe ich meinen politikwissenschaftlichen Master "Governance und Public Policy" an der TU in Darmstadt erfolgreich abgeschlossen. Aktuell studiere ich nebenberuflich an der Fernuniversität Hagen den Bachelorstudiengang "Bildungs- und Erziehungswissenschaften".

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