Die Deutsche „Skandal“-Bank

Frankfurt. Angeblich strebt das Schweizer Bankhaus UBS auf den europäischen Binnenmarkt . Die Züricher möchten eine europäische Großbank übernehmen. Wobei die Deutsche Bank als interner Favorit gehandelt wird. Allerdings war kaum ein deutsches Kreditinstitut in ähnlich vielen Skandalen verwickelt.

Eine Chronologie der Skandalliste liest sich wie ein packender Wirtschaftskrimi. Laut einen Bericht des US-Senats war das Frankfurter Geldhaus neben Ratingagenturen und Goldman Sachs einer der Hauptverursacher der internationalen Finanzkrise von 2007. Daneben spielte die Bank eine wesentliche Rolle beim 2011 aufgedeckten Libor-Skandal. Hierbei wurde der Referenzzinssatz im Interbankenhandel manipuliert.

Auch im aktuellen Bankenskandal um die FinCEN-Files steht das Frankfurter Geldhaus im Fokus. Momentan geht es um die Bankenmeldung von verdächtigen Transaktionen. Mängel bei Finanzinstituten und Behörden in der Geldwäschebekämpfung sind schon länger bekannt. Mehrere Banken darunter die Deutsche Bank mussten bereits Strafen zahlen. Banken müssen in den USA innerhalb von 30 Tagen verdächtige Handlungen melden. Laut „Süddeutscher Zeitung“ benötigte die Deutsche Bank in einem Fall sogar 5678 Tage. Durch einen Fall von 2014 könnte der Bankchef Christian Sewing unter Druck geraten. Er war „in seiner früheren Rolle als Leiter der Konzernrevision mitverantwortlich“, dass ein Geldwäschefall in der Moskauer Filiale „viel zu spät erkannt wurde“.

Am Firmensitz in der Frankfurter Taunusanalage beteuert man, dass es um „eine Reihe historischer Themen“ geht. Der Sachverhalt wäre den Aufsichtsbehörden bekannt und man hätte intern reagiert. Die Bank hätte mehrere Milliarden in die Verbesserung ihrer Kontrollsysteme investiert. Weiterhin weist das Institut die Vorwürfe gegen Sewing zurück. Diese seien „konstruiert und falsch“, da er als Chef der Konzernrevision weder direkt noch indirekt an dem russischen Fall beteiligt war.

Bedeutet dies für die UBS-Pläne, dass gleich und gleich sich gern gesellt? Immerhin war die Union de Banques de Suisses auch an einigen Skandalen beteiligt. So halfen die Eidgenossen zum Beispiel mehreren US-Bürgern zwischen 2000 und 2007 bei Steuerhinterziehungen in Milliardenhöhe.

Veröffentlicht von cdeichert1

Im Jahr 2013 habe ich an der TU Darmstadt meinen Bachelor in den Fächern Politik und Geschichte erfolgreich absolviert. Dort folgte der politikwissenschaftliche Master „Governance und Public Policy“ im Jahr 2015. Derzeit studiere ich in Teilzeit meinen zweiten Masterstudiengang an der Fernuniversität Hagen. Der Titel des Studiengangs lautet: „Europäische Moderne: Geschichte und Literatur“.

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