Serienbeitrag: Soziales Engagement des Fußballs Teil 4 (F.C. St. Pauli)

Hamburg. In der Artikelserie wird das soziale Engagement des Profifußballs durchleuchtet. Den Auftakt bilden die DFB-Stiftungen https://gesellschaft.online/2020/09/13/serienbeitrag-soziales-engagement-des-fussballs-teil-1/. Im zweiten Artikel geht es um den SV Darmstadt 98 und seinen gesellschaftlichen Beitrag https://gesellschaft.online/2020/09/13/serienbeitrag-soziales-engagement-des-fussballs-teil-2/. Der vorherige Bericht ist über den Hamburger Sportverein und sein Hamburger Weg https://gesellschaft.online/2020/09/22/serienbeitrag-soziales-engagement-des-fussballs-teil-3/. Die Serie bleibt in der Hansestadt und geht weiter zum Stadtrivalen F.C. St. Pauli.

MELTING POTT und die Förderung gesellschaftlicher Projekte

Für die Einen ist der Kiezclub der Inbegriff für Kommerzialisierungs- und Kapitalismuskritik im deutschen Profifußball. Für die Anderen ist es ein geschicktes Marketingkonzept mit dem sich der F.C. St. Pauli im Milliardengeschäft Fußball von seinen Konkurrenten unterscheidet. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit dazwischen. In den Gremien des DFB und DFL setzen sich die Verantwortlichen der Hamburger regelmäßig gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des Sports ein. Auf der anderen Seite arbeitet man in der Förderkampagne „MELTING POTT“ mit dem Unileverkonzern und seiner Marke Ben & Jerry‘s zusammen. Das britisch-niederländische Unternehmen gehört zu den größten Palmölnutzern weltweit. Weiterhin stand der Konzern wegen rassistischer Werbung öffentlich in der Kritik.

Neben dem F.C. St. Pauli und Unilever ist die Amadeu Antonio Stiftung an der Förderkampagne „für ein gutes Zusammenleben in der Gesellschaft“ beteiligt. Die 1998 gegründete Stiftung mit Sitz in Heidelberg wurde nach Amadeu Antonio Kiowa benannt. Dieser war 1990 nach der Wiedervereinigung eines der ersten Todesopfer rechtsextremer Gewalt.

Die Kampagne unterscheidet sich von den bisherigen in dieser Serie, da man keine eigenen Projekte durchführt, sondern externes Engagement fördert. Dieses Vorgehen hilft etablierten Einrichtungen und verhindert doppelte Strukturen. Die finanzielle Förderung beträgt maximal 5000.- Euro für Sach- und Personalkosten. Daneben können sich Initiativen und Projekte beraten lassen. Einen Antrag auf Förderung können gemeinnützige Vereine und Körperschaften öffentlichen Rechts beantragen. Lokale Initiativen und Projekte aus Hamburg sollen sich an den F.C. St. Pauli wenden. Zusammenschlüsse aus dem restlichen Bundesgebiet sollen sich an die Amadeu Antonio Stiftung wenden.

Die Förderung erhalten Projekte, die sich „überall in ganz Deutschland“ für ein gutes gesellschaftliches Klima einsetzen. Ein „gutes Zusammenleben in der Gesellschaft“ erreicht man durch das hochhalten der „Fahne der Toleranz, Solidarität und des Respekts“. Hier https://www.fcstpauli.com/kiezhelden/spendenbeirat/melting-pott/ sind weitere Informationen zu finden.

Veröffentlicht von cdeichert1

Im Jahr 2013 habe ich an der TU Darmstadt meinen Bachelor in den Fächern Politik und Geschichte erfolgreich absolviert. Dort folgte der politikwissenschaftliche Master „Governance und Public Policy“ im Jahr 2015. Derzeit studiere ich in Teilzeit meinen zweiten Masterstudiengang an der Fernuniversität Hagen. Der Titel des Studiengangs lautet: „Europäische Moderne: Geschichte und Literatur“.

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