Wien. Plant der türkische Geheimdienst politische Morde in Österreich und Europa? Der Geheimdienst Milli Istihbarat Teskilati (MIT) soll in der Alpenrepublik ein Netz an Provokateuren und Spitzeln aufgebaut haben. Veröffentlichungen des Wiener Magazin „Zackzack“ legen zumindest die Vermutung nahe.
Seit dem angeblichen Putschversuch von Fethullah Gülen gegen Recep Tayyip Erdogan, verfolgt der Tyrann vom Bosporus gnadenlos seine Gegner. Deshalb wäre die Meldung auch ohne den Zeugen Feyyaz Ö. glaubwürdig. Feyyaz Ö. soll als Agent des türkischen Geheimdienstes im August einen Mordauftrag gegen Berivan Aslan erhalten haben. Auf der Todesliste stehen weitere österreichische Grünenpolitiker wie der ehemalige Nationalratsabgeordnete Peter Pilz. Aslan und Pilz sind dem Erdogan-Regime ein besonderer Dorn im Auge. Die beiden haben aufgedeckt, wie der türkische MIT unter den Augen des österreichischen Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) ein enges Netz an Spitzeln aufgebaut hat. Auch ein SPÖ-Politiker soll im Fadenkreuz der Türkei stehen.
Auch in anderen Staaten der Europäischen Union befinden sich Erdogan-Kritiker. Diesen dürften die Enthüllungen über angebliche Mordlisten zusätzlich Angst machen. Unabhängig davon entwickelt sich die Türkei immer weiter weg von einer Demokratie, hin zu einer Autokratie. Daneben kommt Erdogan, wie man anhand des Flüchtlingsdeals erkennen kann, seinen internationalen Verpflichtungen gegenüber der EU nicht nach. Die Staaten der Europäischen Union haben ihn dafür bezahlt, dass er die Flüchtlingsströme zu ihnen unterbindet. Aber scheinbar steckt der Tyrann die Milliarden lieber in seinen Unterdrückungsapparat.