Tokio/Milton Keynes/Faenza. AlphaTauri (vorher TorroRosso) und RedBull Racing müssen sich überraschend einen neuen Motorenpartner suchen. Beide Schwesterteams werden ab 2022 nicht mehr von Honda beliefert. Honda kehrte 2015 als Motorenpartner von McLaren in die Formel 1 zurück. Dort folgten drei schwierige Jahre. Ab 2018 belieferte man ToroRosso und ab 2019 RedBull mit Hybridaggregaten. Beide Teams konnten mit den Triebwerken aus Sakura gewinnen. Dadurch ist Honda bisher der einzige Hersteller in der Hybridära, der mit zwei Teams Rennen gewinnen konnte. Allerdings stehen eine Milliarde an Investitionen insgesamt nur fünf Rennsiegen (4mal RedBull und 1mal AlphaTauri) gegenüber.
Honda begründet den Ausstieg mit konzerninternen Klimazielen bis zum Jahr 2050. Im offiziellen Statement heißt es: „Honda muss seine Ressourcen bei der Entwicklung von Zunkunftstechnologien bündeln, zu denen vor allem die Brennstoffzellen-Technik und Batterieantriebe gehören.“ Das gesammelte Wissen aus der Formel 1 soll in die Zukunftstechnologien einfließen. Die Argumentationslinie deutet daraufhin, dass mehr ökonomische als ökologische Motive im Vordergrund stehen. Immerhin würde mit der Formel E eine alternative Rennserie zum sportlichen Wettbewerb bereit stehen.
Letztendlich scheinen sich durch solche Begründungen die Vorteile vieler Kritiker zu bestätigen. Viele skeptische Personen werfen der Industrie vor zu wenig für den Umweltschutz zu tun. Dies gilt besonders für die ressourcenintensive Automobilbranche. Die Autobauer würden immer nur auf gesetzliche Regelungen reagieren, anstatt aktiv umweltfreundliche Technologien einzuführen.