Ein kulturhistorischer Kurztrip durch Marburg

Marburg. Viele Politiker raten den Bürgern, aufgrund der Corona-Pandemie, ihren Urlaub zuhause, in der Region oder zumindest innerhalb Deutschlands zu verbringen. Einige Menschen empfinden das als Gängelung und verkennen die Schönheit und historische Bedeutung, die die Orte un sie herum haben können. Als Beispiel hierfür soll in diesem Artikel die Stadt Marburg vorgestellt werden. Es werden ein paar Orte kulturhistorisch vorgestellt, die innerhalb eines Tages besucht werden können.

Wenn man vom Marburger Hauptbahnhof aus startet, sind es nur wenige hundert Meter zur Elisabethkirche. Die Errichtung der Kirche begann im Jahre 1235. Geweiht wurde sie 1283. Sie ist die älteste rein gotische Kirche in Deutschland. Die Elisabethkirche wurde vom Deutschritterorden unter Förderung der Landgrafen von Thüringen zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen erbaut. Die Kirche wurde zu Ehren Elisabeths errichtet, weil sie 1228 ein Hospital in Marburg gründete, in dem sie bis 1231 Kranke pflegte. Ihre Gebeine befinden sich in einem Schrein der Elisabethkirche.

Läuft man von der Elisabethkirche nur rund 200 Meter den Pilgrimstein hinunter, gelangt man zum „Alten Botanischen Garten“. Der Alte Botanische Garten wurde 1786 unter Professor Conrad Moench angelegt. 1810 fand unter Wilhelm Franz Wenderoth (1774-1861) eine Erweiterung und 1814 eine Neuanlage des alten botanischen Gartens statt. Der alte botanische Garten wird in erster Linie von den Bürgern als Grünanlage benutzt, allerdings gehört auch ein Arzneipflanzengarten zum Parkbereich, in dem unter anderem der Ehrenpreis, der Eisenhut und die Blutwurz wachsen.

Vom alten botanischen Garten aus kann man den Pilgrimstein weiter bis zur „Engen Gasse“ laufen. Hat man die Enge Gasse durchquert befindet man sich mitten in der Marburger Innenstadt. In der Innenstadt findet sich von der Szenekneipe über den urigen Ratskeller bis zum edlen Cafe für jeden etwas. Hier kann man verweilen und die Seele baumeln lassen. Möchte man weiter Richtung Oberstadtmarkt, historischem Rathaus und Marktbrunnen benötigt man allerdings etwas Puste, denn man muss ein ordentliches Stück bergauf steigen.

Das historische Rathaus wurde von 1512 bis 1527 errichtet und ist noch heute der Sitz des Magistrats der Stadt. Für die Errichtung des Rathauses wurden zur damaligen Zeit mehrere Häuser am Marktplatz abgerissen, um Platz für das, hauptsächlich aus Sandstein bestehende, Rathaus zu schaffen.

Steigt man vom Oberstadtmarkt die Nikolaistraße hinauf, gelangt man zur lutherischen Pfarrkirche St. Marien. Die erste urkundliche Erwähnung der Marienkirche stammt aus dem Jahr 1222. Am 6. April 1227 wurden ihr durch Landgraf Ludwig IV. die Pfarrrechte verliehen. Architektonisch besteht sie teils aus einem romanischen Vorgängerbau und teils aus einem gotischen Anbau. Lutherisch wurde die Kirche erst 1567 unter Landgraf Philipp I..

Von der lutherischen Kirche aus muss man eine steile Steintreppe hinaufsteigen um vor das Landgrafenschloss zu gelangen. Aber die Quälerei lohnt sich, denn man wird mit einem tollen Blick über Marburg belohnt.

Um in das Landgrafenschloss zu gelangen muss man ein paar weitere Meter nach oben steigen.

Das Landgrafenschloss entstand aus einer im 11. Jahrhundert angelegten Burganlage. Es war die erste Residenz der Landgrafschaft Hessen. Von besonderem kunsthistorischen Interesse sind die Schlosskapelle und der Fürstensaal. Der Fürstensaal zählt zu den größten gotischen Sälen in Mitteleuropa. Zu beidem erhält man über das Museum, das in das Schloss integriert ist, zugang.

Der beschriebene Weg eignet sich sehr gut für einen Tagesausflug. Es gibt allerdings noch weitere schöne Orte in Marburg, die zu einem längeren Aufenthalt einladen.

Veröffentlicht von jwendel

Im Jahr 2018 habe ich meinen politikwissenschaftlichen Master "Governance und Public Policy" an der TU in Darmstadt erfolgreich abgeschlossen. Aktuell studiere ich nebenberuflich an der Fernuniversität Hagen den Bachelorstudiengang "Bildungs- und Erziehungswissenschaften".

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