Offenbach. Diese Frage wird aktuell heiß diskutiert. Die lautesten Stimmen in diesem Disput haben aktuell die Kickers aus Offenbach und Bayern Alzenau. Während die Offenbacher Kickers sich für die Einstufung der Regionalliga Südwest als Profiliga aussprechen und die Geschäftsführung der Regionalliga Südwest GbR dazu aufgefordert haben, sich dafür einzusetzen, dass die Regionalliga den Profistatus erhält, macht der Bayern Alzenau auf seiner Homepage bereits Stimmung für eine Saisonunterbrechung.
Aktuell spricht mehr für die Position der Kickers. So hat sich NRW bereits für den Profistatus der Regionalliga West ausgesprochen, wodurch der Spielbetrieb in dieser Liga wie geplant fortgeführt wird.
Da bei der Regionalliga Südwest vier bis fünf Landesverbände involviert sind, gestaltet sich die Entscheidungsfindung hier schwieriger. Allerdings haben bereits Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz der Regionalliga Südwest den Profistatus zuerkannt. Offen ist die Entscheidung noch für die Landesverbände von Baden-Württemberg und Bayern. In der baden-württembergischen Corona-Verordnung findet sich ein Hinweis, wie die Entscheidung des Landes Baden-Württemberg ausfallen könnte. Hier heißt es: „Profi- und Spitzensportler sind Sportlerinnen und Sportler, die einen Arbeitsvertrag haben, der sie zu einer sportlichen Leistung gegen ein Entgelt verpflichtet und dieses überwiegend zur Sicherung des Lebensunterhalts dient.“
Das dürfte auf die meisten baden-württembergischen Vereine in der Regionalliga Südwest zutreffen. Hierzu zählen: der VFB Stuttgart II, die TSG Hoffenheim II, der VfR Aalen, der SSV Ulm, der SC Freiburg II und die SG Sonnenhof Großaspach. Als Amateurvereine könnten der Bahlinger SC, die TSG Balingen und der FC Astoria Walldorf eingestuft werden. Aufgrund der Mehrheit der Profivereine ist eine Entscheidung für den Profistatus der Regionalliga wahrscheinlich.
Offen bleibt der Status von Bayern Alzenau. Sollte der BFV, der bereits die ihm unterstellten Vereine in die Winterpause geschickt hat, den Spielbetrieb innerhalb Bayerns nicht zulassen, bliebe ein Umzug von Bayern Alzenau in eine andere Spielstätte als Option bestehen. Zumal die Alzenauer ohnehin dem hessischen Landesverband unterstellt sind. Bisher haben die Alzenauer einen Umzug allerdings verweigert, ob sie bei dieser Haltung bleiben können, wenn die anderen Mannschaften mit Zustimmung der Landesregierungen die Saison fortsetzen wollen, bleibt fraglich.
Update: Rheinland-Pfalz hat sich entgegen anfangs anderslautender Informationen doch für die Einstufung der Regionalliga als Amateurliga ausgesprochen. Diese Entscheidung hat zur Unterbrechung der Regionalliga Südwest bis Ende November geführt. Diese Entscheidung ist aufgrund der Struktur der rheinland-pfälzischen Vereine zwar nachvollziehbar, da von den rheinland-pfälzischen Vereinen nur Mainz 05 II als Profiverein angesehen werden kann. Allerdings lässt diese Entscheidung die Gesamtstruktur der Regionalliga Südwest außer Acht.