Bensheim laut Bahn bei Corona-Pandemie gefährlicher als Frankfurt

Frankfurt/Bensheim. Das Foto stammt vom Bensheimer Bahnhof. Die Ablichtung zeigt die Beschilderung des Raucherbereichs und einen Aufkleber mit einem aktuellen Hinweis. Dieser Hinweis beginnt mit dem Appell „Liebe Reisende, schützen sich und Ihre Mitmenschen!“ Im weiteren Verlauf wird darauf hingewiesen, dass der Raucherbereich geschlossen ist. Die Schließung begründet die Bahn damit, „die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus weiter einzudämmen“.

Bensheim ist mit seinen über 40.000 Einwohnern ein hessisches Mittelzentrum im Kreis Bergstraße. Der Bahnhof der Stadt ist mit Zugverbindungen an den Regional- und Fernverkehr angeschlossen. Die Infrastruktur besteht aus vier Gleisen an zwei Mittelbahnsteigen, die größtenteils überdacht sind. Gestern verteilten sich drei Personen um 15:25 Uhr auf den ersten Bahnsteig. Dennoch ist der Raucherbereich geschlossen.

Aber wie ist die Lage am Frankfurter Hauptbahnhof? Außerhalb der Pandemie wird dieser Bahnhof von ca. 493.000 Reisenden täglich genutzt. Der Bahnhof verfügt über 25 oberirdische Gleise des Regional- und Fernverkehrs sowie vier unterirdische S-Bahngleise und vier U-Bahngleise. Dennoch findet sich an keinem Raucherbereich dieser wichtigen Verkehrsdrehscheibe der Hinweis, dass „der Raucherbereich derzeit nicht geöffnet“ ist. Das Vorgehen der Bahn wirft Fragen auf. Hält die Bahn Bensheim wirklich für einen größeren Infektionsherd als Frankfurt? Interessiert die Bahn nur die Gesundheit der Reisenden im ländlichen Raum? Oder hat man am Frankfurter Hauptbahnhof vergessen die Raucherbereiche zu schließen?

Veröffentlicht von cdeichert1

Im Jahr 2013 habe ich an der TU Darmstadt meinen Bachelor in den Fächern Politik und Geschichte erfolgreich absolviert. Dort folgte der politikwissenschaftliche Master „Governance und Public Policy“ im Jahr 2015. Derzeit studiere ich in Teilzeit meinen zweiten Masterstudiengang an der Fernuniversität Hagen. Der Titel des Studiengangs lautet: „Europäische Moderne: Geschichte und Literatur“.

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