Köln/Frankfurt. Der Discounter Penny verdeutlicht in seiner Werbung wie wichtig Solidarität in der aktuellen Pandemie ist. In der Fernsehwerbung wird zum Ende eines Cartoons ein Mädchen gezeigt, dass einen Schokoweihnachtsmann an einen Obdachlosen verschenkt. Der passende Slogan des Kölners Einzelhandelsriesen ist „dann ist Weihnachten für alle“.
Trotz des Versuchs sich ein solidarisches Image zu verschaffen, sollte jeder Konsument überlegen, ob er oder sie „erstmal zu Penny“ geht. Denn am 12. Dezember kam es in Filiale in der Nähe der Frankfurter Ostendstrasse zu unschönen Szenen. Von den vier Kassen des Marktes waren zwei geöffnet. Bei den offenen Kassen handelte es sich, aber nicht um die beiden Außenkassen, sondern die beiden mittleren Kassen. Deshalb waren die Kunden gezwungen Schulter an Schulter ohne Trennelemente in der Schlange zu stehen und wurden so einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt.
Die Reaktion des Kundenservices auf eine Anfrage legt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei nicht um einen bedauerlichen Einzelfall handelt. Trotz monatelangen Mindestabstandsregeln heißt es von der Mitarbeiterin lapidar: „Die Kassenkräfte des betreffenden Marktes waren sich des Umstandes offensichtlich nicht bewusst“. In der Mail kommt weiterhin zum Ausdruck, dass man sich scheinbar nicht an die hessische Verordnung zur Eindämmung des Coronaviruses gebunden fühlt. Wörtlich heißt es in der Mail des Kundenservices: „Sofern die Kundenfrequenz es erlaubt, ist es sicherlich vorzuziehen, nur Kassen mit weiteren Abstand geöffnet zu haben“. Als serviceorientierte Begründung führt man an, dass Kunden möglichst wenig Zeit in der Kassenschlange verbringen möchten.