Deutschland. Johannes Huber ist der beste Beweis, dass in der Katholischen Universität Eichstätt-Ingoldstadt scheinbar Nächstenliebe nicht auf dem Lehrplan steht. Dort studierte der Bundestagsabgeordnete einst Soziologie. Huber gehört zu den 18 AfD-Abgeordneten, die rechtsextreme Mitarbeiter beschäftigen. Seine Büroleiterin Linn Deborah Kuppitz steht auch auf der Gehaltsliste von Jürgen Elsässer. Elsässer äußerte auf der Buchmesse in Leipzig 2018 sein Ziel bestehe darin, die Gesellschaft weiter zu spalten, um so „zum Sturz des Regimes beizutragen“. Hubers weiterer Mitarbeiter Tobias Teich ist ziemlich offensichtlich ein Anhänger der verfassungsfeindlichen „Identitären Bewegung“.
Die sozialnationalistische Position Hubers wird deutlich in einem Facebookpost vom 19. Dezember 2020. Dort bezeichnet der Bundestagsabgeordnete „Deutsche als Bürger zweiter Klasse“, weil Bewohner von Sammelunterkünften für Asylbewerber eine hohe Priorität bei der Impfung gegen das Coronavirus einnehmen. Der bigotte Huber fordert in einem Post vom Donnerstag die weltweite Christenverfolgung anzuprangern. Leider hat er den Grundtenor dieser Religion nicht verstanden. Sonst wüsste der Bayer, dass die Gottesliebe und Nächstenliebe für diese Religion zentral sind. Die Liebe zu den Mitmenschen stammt aus Buch des Levitikus aus dem Alten Testament. Die Menschen in Asylbewerberheimen müssen auf engsten Raum zusammenleben. Deshalb dürfte auch jedem ohne religiösen Hintergrund klar sein, warum diese Menschen vor einer Tröpfcheninfektion besonders geschützt werden müssen.
Der Populist Huber behauptet in einem Kommentar vom 20. Dezember zu einem Spiegelartikel über die Pandemiefolgen für Kinder: „Die Schulen tragen nur unwesentlich zum Infektionsgeschehen bei. Daher kann der Regelbetrieb der Schulen aufrechterhalten werden!“ Doch wie ist die Aussage inhaltlich zu bewerten? In der 47. Kalenderwoche waren laut Kultusminister-Konferenz 20.185 der 10.061.924 Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Dies entspricht einer Quote von 0,2 Prozent. Prozentual waren doppelt so viele (0,4 Prozent) Lehrer mit dem Virus infiziert. Also 3.169 Lehrkräfte von bundesweit 897.023 Lehrern. Insgesamt gab es in KW47 also 23.354 positivgeteste Menschen im schulischen Umfeld. Damit war knapp jeder fünfte der 127.330 positivem Tests der Woche an Deutschlands Schulen.
Wieso passt Huber in die übliche AfD-Masche
Die Forderung nach geöffneten Schulen wird von vielen Eltern vertreten. Damit verhält sich der Abgeordnete populistisch. Als Populismus bezeichnet man eine Rhetorik, welche sich an der Volksstimmung ausrichtet. Dies ist ein regelmäßiges Vorgehen der gesamten rechtsaußen Partei zu unterschiedlichen Fragen. Gleichzeitig positioniert sich der Finanzbuchhalter Huber sozialnationalistisch in der Impffrage. Aber auch das passt ins Parteibild. Die in weiten Teilen rechtsradikale AfD fordert häufig im sozialen Bereich „Deutsche zu erst“.