Kalkar. Trotz der zweiten Corona-Welle fand der AfD-Parteitag als physisches Treffen statt. Die teilweise rechtsradikale Partei traf sich auf dem Messegelände in Kalkar. Rund 600 Delegierte aus der Bundesrepublik diskutierten über sozialpolitische Grundsätze. Obwohl man im Vorfeld erfolglos gegen die Maskenpflicht für den Parteitag geklagt hatte, kam es zu zwei Eklats, die nichts mit der Mund- und Nasenbedeckung zu tun hatte.
Inhaltliche Beschlüsse des Parteitags
Die AfD stand vor der Frage nach einer wirtschaftlichsliberalen oder sozialnationalistischen Ausrichtung der Partei. Nach stundenlanger Debatte stimmten 89 Prozent der Mitglieder für das sozialpolitische Konzept für die Gesundheits- und Rentenpolitik. Das Rentenkonzept sieht ein flexibles Renteneintrittsalters vor. Ebenso sollen Eltern je Kind um 20.000 Euro an Beiträgen zur Rentenversicherung steuerlich entlastet werden. Anträge es auf deutsche Staatsbürger zu beschränken fanden keine Mehrheit.
Meuthen Kritik an der eigenen Partei und Weidels Interviewabbruch
Der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, kritisierte seine eigene Partei. In Hinblick auf die Kritik an der Coronapolitik fragte er: „Aber ist es wirklich klug, von einer Corona-Diktatur zu sprechen?“ Und dann antwortete er den anwesenden Delegierten: „Wir leben in keiner Diktatur, sonst könnten wir diesen Parteitag auch heute wohl kaum so abhalten“. Im Anschluss sorgte die Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel für einen Eklat. Weidel brach ein TV-Interview mit dem Sender Phoenix ab. Offensichtlich war sie nicht in der Lage sich mit einer kritischen Frage des Reporters auseinanderzusetzen.